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Jessica Jubert startet beim Arai MX Ladies Cup
Autor motoX  0 Kommentare  
Datum 28.08.2008
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Jessica Jubert startet beim Arai MX Ladies Cup
MOTOCROSS: 16-jähriges Talent auf schwerer Maschine
Jessica Jubert startet beim Arai MX Ladies Cup




OSTERNE - Ihre Leidenschaft fürs Motocrossfahren hat Jessica Jubert vergleichsweise spät entdeckt, eher durch Zufall. Ihr Vater brachte eines Tages, es war 2004, eine Crossmaschine mit nach Hause, eine Yamaha mit 80 Kubikzentimetern Hubraum. ?Ich hab eine Überraschung für dich?, rief er seiner Tochter zu. Die war bis dahin nur mit dem Quad ihres Vaters gefahren, hatte aber keine Scheu, auch mal auf die zweirädrige Maschine zu steigen. ?Ich hab mich drauf gesetzt und erstmal probiert?, erinnert sich die 16-Jährige. ?Da ist mir das Motorrad noch abgesoffen.? Schon beim zweiten Versuch lief aber alles reibungslos. Die junge Dame hatte plötzlich einen völlig neuen Sport für sich entdeckt.

Dreieinhalb Jahre später hat Jessica bereits einige Starts beim deutschen Arai MX Ladies Cup absolviert. Auf ihrer jetzigen Maschine, einer KTM SX 85. 2007 trat sie bei dieser Rennserie nur zum Spaß an. Um reinzuschnuppern. Für dieses Jahr hat sie sich Ziele gesetzt: Platz 15 bis 18. Für die erste richtige Saison wäre das großartig.

Trainingsfahrten unternimmt Jessica auf dem Gelände des MC Fürstenberg. Sie ist Mitglied des Vereins und hat dort 2004 ihr erstes Rennen bestritten. ?Es waren nur Jungs am Start?, erinnert sie sich. Die haben sich gewundert über das Mädchen an ihrer Seite. In dem Rennen erlebte sie ihren ersten schweren Unfall. Auf einer Geraden wollte sie an ihrem Vordermann dran bleiben, übersah dabei aber ein Loch und stürzte. ?Mir ist klar geworden, dass zu dem Sport auch Stärke gehört?, sagt Jessica. Glücklicherweise war nichts schlimmes passiert. Drei Wochen pausierte sie. Stieg dann wieder auf ihre Motocrossmaschine und fuhr aggressiver als zuvor, bestätigt ihre Mutter.

Nach den ersten Fürstenberger Rennen nahm Jessica an den Landesmeisterschaften in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern teil und ging bei Endurowettkämpfen, Geschicklichkeitsfahren im Gelände, an den Start. Dort wurde sie Ende 2006 vom ADAC entdeckt, weil sie als einziges Mädchen ihre Maschine durchs Gelände bewegte. Jessica bewarb sich und wurde ausgewählt. Für zwei Jahre förderte der Automobilsportclub das schnelle Mädchen auf der Motocrossmaschine mit 500 Euro pro Jahr. In dieser Zeit hat sich Jessica enorm weiterentwickelt.

Motocrosssport ist nicht gerade billig. Mit den 500 Euro vom ADAC können für wenige Rennen die Spritkosten gedeckt werden. Ansonsten muss die Familie ran, die sowieso bei allen Starts dabei ist und genauso motocrossverrückt ist, wie die Tochter. Vater Jörg Jubert trainiert Jessica und Mutter Kathrin kümmert sich ums Organisatorische.

Erst am vergangenen Wochenende hat die Exin-Schülerin ihre ersten beiden Rennläufe des diesjährigen Arai MX Ladies Cup absolviert. Im ersten Durchgang war sie noch etwas verunsichert und landete auf Platz 26 unter 33 Starterinnen. Aber schon im zweite Lauf hat die 16-Jährige gezeigt, wo sie hin will und kam als 20. ins Ziel. Neun Rennen muss sie in dieser Serie absolvieren. Zudem will sie am ADAC-Enduro-Cup Berlin-Brandenburg teilnehmen ? sieben weitere Rennen nur gegen Jungs und Männer.

Beim Ladies-Cup ist auch Steffi Laier am Start, die mehrmalige Motocross-Weltmeisterin aus Deutschland. ?Die hat es geschafft?, sagt Jessica. Die 23-Jährige wird von einem Hauptsponsor unterstützt und verdient Geld mit ihrem Sport. Dort will Jessica auch mal hin. Wenn es nicht klappen sollte, wird sie beruflich dem Sport treu bleiben. Was genau sie dann machen wird, ist ihr noch nicht klar.

Jessicas Familie muss ab Dezember wieder alle Kosten, die das Motocrossfahren so mit sich bringt, selbst tragen. Deshalb ist das Talent auf Sponsoren angewiesen. Die Suche gestaltet sich jedoch schwierig. Aber Jessica hat die Hoffnung nicht aufgegeben, einige Gönner in der Region zu finden.

Quelle:Andreas Röhl-Märkische Allgemeine Zeitung